14.09.2017




Augen auf beim Wohnungskauf!
Der Kauf einer Wohnung will wohlüberlegt sein, worauf Sie achten sollten, damit Sie sich nicht von einer hübschen Fassade blenden lassen, lesen Sie hier.

- Kredit
In erster Linie sollten Sie über Ihre monatlichen Kosten Bescheid wissen, um Kaufpreis und Kreditsumme abschätzen zu können. Optimal wäre es, über mindestens 20-40 % des Kaufpreises plus Nebenkosten als Eigenkapital zu verfügen. 
Seit der Einführung des Hypothekar- und Immobilienkreditgesetzes (HlKrG) müssen potenzielle Kreditnehmer noch genauer geprüft werden. Bereiten Sie sich daher sorgfältig auf das Gespräch bei der Bank vor, indem Sie Ihre Vermögens- und Einkommensnachweise parat haben (Kontoauszüge, Lebensversicherungen, Sparbücher, etc.) um Ihre Bonität zu garantieren. Werden Sie ruhig Ihrer Hausbank untreu und riskieren Sie ein, zwei Seitenblicke auf die Konditionen anderer Banken – ein Vergleich lohnt sich!

- Kaufpreis
Informieren Sie sich auch, wie viel für Objekte in der Umgebung bezahlt wurde, anschließend heißt es vor allem bei gebrauchten Immobilien: verhandeln! Oftmals werden Immobilien am Markt anfangs zu sehr hohen Preisen angeboten, die wieder sinken, wenn das Objekt nach ein paar Monaten nicht verkauft wird.

- zusätzliche Kosten
Zum Kaufpreis sind beim Immobilienkauf zusätzlich immer noch Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Grundbucheintragung, Maklerprovision und diverse Honorare von bis zu 10% dazuzurechnen. 

- Folgekosten
Bedenken Sie vor dem Kauf, dass die Betriebskosten steigen können, etwa, wenn die Eigentümergemeinschaft beschließt, höhere Beträge in die Rücklage einzuzahlen oder, insbesondere bei gebrauchten Wohnungen, hohe Investitionen geplant sind. 
In einem Dachgeschoss beispielsweise sind die  Betriebskosten höher als bei anderen Wohnungen. Beachten Sie, dass sie Summe der Kreditraten, Rücklagen, Gebühren, Betriebskosten sowie Kosten für Heizung, Strom und Gas nicht mehr als 30% des Haushaltseinkommens betragen sollte.

- Prüfen der Immobilie/der Unterlagen
Bei neuen Wohnungen, die nur auf den Plänen existieren, ist die Bau- und Ausstattungsbeschreibung essentiell, weil dort festgelegt wird, welche Leistungen der Bauträger zu erbringen hat. Das bedeutet, dass Leistungen, die  in der Baubeschreibung nicht festgehalten sind, auch nicht vom Käufer eingefordert werden können. Bilder sind allerdings nicht verbindlich, also lassen Sie sich davon nicht verführen. Besser ist es, bereits realisierte Immobilien des Bauträgers anzuschauen, um Referenzwerte zu haben. Die Auswahl eines renommierten Bauträgers ist von Vorteil. 

- Blick ins Grundbuch, Flächenwidmungs- und Bebauungsplan
Der Blick ins Grundbuch gibt Aufschluss darüber, ob der Verkäufer auch tatsächlich der Eigentümer der Immobilie ist, wer die anderen Eigentümer sind, was noch alles zur Liegenschaft gehört und ob die Immobilie mit Schulden belastet ist.
Schauen Sie auch den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan an, hier ist festgelegt, ob und was wie nah gebaut werden kann  - gerade bei Wohnungen mit Blick ins Grüne ist so etwas wertvoll zu wissen.
Vergessen Sie nicht, wichtige Unterlagen wie vollständige Pläne oder die Fertigstellungsanzeige zu verlangen, damit Sie die Kosten einer Sanierung von Baumängeln bzw.  Rückbauten wie illegale Zubauten (Balkone) nicht selbst tragen müssen.

- Schauen Sie genau hin
Der beste Platz garantiert Wertstabilität – achten Sie daher auf eine gute Infrastruktur wie etwa die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einkaufsmöglichkeiten. 
Besichtigen Sie die Wohnung am besten mehrmals zu jeweils unterschiedlichen Tageszeiten, um zu sehen,  wie hell oder ruhig die Wohnung tatsächlich ist.

- Hören Sie auf Ihr inneres Gefühl
Der Kauf einer Wohnung, das Aussuchen des neuen Heims ist immer auch eine Bauchentscheidung, also vertrauen Sie letztendlich auch Ihrem Gefühl und fragen Sie sich, ob Sie sich in der neuen Wohnung wohlfühlen und glücklich werden können. 
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